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Projekt kassenunabhängiger Krankentransport Drucken E-Mail
Geschrieben von Michael Wowro   
Dienstag, 12. Januar 2010
Welche außergewöhnlichen Auswirkungen der derzeitige Zustand unseres Gesundheitssystems auf den Rettungsdienst hat, kann man in Rheinstetten bei Karlsruhe begutachten. Wie im Beispiel der Familie B. gezeigt, zahlen die Krankenkassen nicht jeden notwendigen Transport mit dem Krankenwagen.1 Die Begründung lautet, dass es sich in diesen Fällen nicht um Patienten im eigentlichen Sinne handelt, da sie keiner ärztlichen Versorgung zugeführt werden. Für das DRK Rheinstetten-Mörsch ist dies auch im Hinblick auf finanzschwache Patienten ein inakzeptabler Zustand.

Nach der Notfallhilfe-Initiative2 und der Frühdefibrillation3 reagiert das DRK Rheinstetten-Mörsch daher mit einem weiteren beachtlichen Projekt – dem kassenunabhängigen Krankentransport. Ein gebrauchter und aufgerüsteter Krankentransportwagen wurde hierfür angeschafft, die rettungsdienstlich ausgebildeten Mitglieder des DRKs eingewiesen und die organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen. Das kostenlose Angebot steht der Rheinstettener Bevölkerung zur Verfügung und gilt nur für vorausplanbare Krankentransporte. Die sogenannte Sozialfahrt kann über die Rettungsleitstelle des DRK-Kreisverbands Karlsruhe unter der Notrufnummer 19222 beauftragt werden.

Die Projekt-Finanzierung findet ausschließlich mittels Spenden und ehrenamtlich geleisteter Arbeit statt. Der übliche Kostenträger Krankenkasse wird somit entbehrlich und die mit diesem verbundene verwaltungsintensive Abrechnung umgangen. „Dies läßt uns unabhängig von jedem Kostenträger agieren und uns eigenständige Entscheidungen treffen“ sagt der Ortsvereinsvorsitzende des DRK Rheinstetten-Mörsch Dr. Jürgen Schöchlin, promovierter Physiker und Rettungsassistent.

Der kassenunabhängige Krankentransport hat darüberhinaus eine bundespolitische Dimension, weil er einen bislang wenig beachteten Mangel des deutschen Gesundeheitssystems auszugleichen vermag. Ob das Projekt in Deutschland Schule macht, wird die Zukunft zeigen – einen Bedarf hierfür gibt es jedenfalls.

 

1 Fallschilderung und Projektbeschreibung

2 Artikel über Notfallhilfe-Initiative

3 Artikel über Frühdefibrillation

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 12. Januar 2010 )
 
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